Resension_Laski

Herz sprich lauter

Mein Kind?

Für den erfolgreichen Lyriker Hilary Wainright ist das Weihnachtsfest mit seiner Mutter unerquickliche Tradition. Da klopft es an der Tür und ein Fremder bittet um Einlass – ein französischer Soldat. Er kommt mit einer Mission. Seine Verlobte und Hilarys verstorbene Frau Lisa waren Freundinnen und er weiß, dass Hilarys Sohn John in den Kriegswirren verschwunden ist. Hilary, der John zuletzt als Zweijährigen gesehen hat und auf das Ende des Krieges und ein Wiedersehen wartete, ist von der Nachricht tief getroffen da so auch das letzte Band zu seiner Frau zerrissen scheint. Er dankt dem Fremden für sein Angebot, John zu suchen. Nach Kriegsende zögert er seine Reise nach Frankreich aber so lange wie möglich raus, da er nicht weiß, ob er seinen Sohn finden möchte und sich auf die Rolle als Vater wieder einlassen kann. Es folgt eine Spurensuche durch Paris, in eine Kleinstadt auf dem Land, wo es in einem Waisenhaus einen vielversprechenden Jungen Jean gibt. Die Oberin erwartet tägliche Besuche und Hilary wartet auf die Antwort seines Herzens. Eine wunderbar vorsichtige Geschichte der Suche eines Vaters nach seinem Sohn vor einem Alltag mit Knappheit, Korruption und politischen Kriegswunden, die in ihren Bann zieht und durch ihre Beschreibungen von Orten und Charakteren für sich einnimmt.

Marghanita Laski: Herz sprich lauter, Arche Verlag Zürich 2019; ca. 12,- €

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